20.08.2026
Objektflächen in attraktiven Wohnraum umwandeln

Das Q45 in Bremen zeigt, wie es geht

Das Problem ist groß und nicht neu – in Deutschland fehlen aktuell rund 1,4 Mio. Wohnungen. Während die Entwicklung zwischen 2010 und 2020 noch positiv verlief, ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen seit 2020 rückläufig. Zwar ist in diesem Jahr die Zahl der Baugenehmigungen wieder angestiegen, dennoch werden laut Ifo-Institut 2026 deutschlandweit lediglich etwa 185.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht nur etwa 13 % des insgesamt benötigten Bedarfs.
Bei der Problemlösung helfen soll das kürzlich vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) angeschobene Förderprogramm zur Reaktivierung von leerstehenden Objekt- und Office-Flächen, das die Umwandlung von ungenutzten Bestandsobjekten in Wohnraum erleichtern soll. Beispiele für erfolgreiche Umnutzungen gab es allerdings auch schon vorher. In der kommenden arcade stellen wir drei außergewöhnliche Projekte vor. Eins davon ist das Q45 in Bremen.
Dabei handelt es sich um das in den 1960er Jahren erbaute Bundeswehrhochhaus in der Bremer Bahnhofsvorstadt, das nach Abzug der Bundeswehr viele Jahre leer stand. 2019 wurde es von der Wohnungsgesellschaft Gewoba erworben. Ziel: hier günstigen Wohnraum für Auszubildende, Studierende und Berufsanfänger zu schaffen. Das Schweizer Büro EM2N entwickelte gemeinsam mit Westphal Architekten ein Konzept, bei dem das tragende Stahlbeton-Skelett erhalten bleibt, die äußere Hülle und innere Struktur jedoch komplett neu gedacht wurden. Aus dem gesichtslosen Beton-Hochhaus wurde ein attraktives Wohngebäude, erweitert um zwei flankierende Neubauten, einen bepflanzten Innenhof plus einen baumbestandenen Platz zur teilweisen öffentlichen Nutzung.
Entstanden sind insgesamt 162 Wohnungen, davon im Hochhaus 117 Ein- bis Zwei-Zimmer-Apartments für Studierende und Menschen in Ausbildung (davon 116 preisgebunden) und in den Neubauten 45 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen (alle preisgebunden), außerdem Maisonette-Wohnungen für Familien sowie acht Gewerbeeinheiten für Gastronomie, Einzelhandel, Kita und Büros. Mit dem neuen Stadtquartier sind nicht nur die Bewohner glücklich, sondern auch die Nachbarschaft empfindet das Quartier als Aufwertung des Stadtteils.
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