28.07.2026
UNESCO-Welterbe

100 Jahre Waldsiedlung Zehlendorf

Bauhaus-Vermächtnis, bunte Fassaden und große Grünflächen: Die vor 100 Jahren errichtete Waldsiedlung in Berlin-Zehlendorf ist nun Teil des UNESCO-Welterbes. Das entschied das Welterbekomitee auf seiner jüngsten Sitzung in Busan/Südkorea. Aus Anlass dieser bedeutenden Auszeichnung und dem Jubiläum lädt das Berliner Landesdenkmalamt zu einem „Festival in der Siedlung“ ein (27. bis 30. August).

Die Waldsiedlung ist eine Wohnanlage im Stil des Neuen Bauens, die sich rund um die Verkehrsachse am U-Bahnhof „Onkel Toms Hütte“, der U-Bahnlinie 3 und der Argentinischen Allee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf erstreckt. Wegen ihrer Fassaden ist sie auch als "Papageiensiedlung" bekannt. Eine der größten und bekanntesten deutschen genossenschaftlichen Siedlungen der Weimarer Zeit wurde von den Architekten Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolph Salvisberg in den Jahren 1926 bis 1932 erbaut. Von den 1.917 Wohneinheiten wurden 1.108 im Geschosswohnungsbau in Mehrfamilienhäusern mit bis zu drei Geschossen und 809 Einfamilienhäuser errichtet. Ziel war es, nach dem fortschrittlichen Leitmotiv „Licht, Luft und Sonne“ bezahlbaren Wohnraum in einer gesunden und naturnahen Umgebung zu schaffen.

Das UNESCO-Welterbekomitee entschied, die Waldsiedlung Zehlendorf als siebten Teil der Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ einzutragen. Zu ihnen gehören seit 2008 u.a. bereits die Hufeisensiedlung Britz (Architekt: Bruno Taut) und die Weiße Stadt in Reinickendorf (Architekt: Otto Rudolf Salvisberg). Federführend beim aufwendigen Nominierungsprozess waren die Oberste Denkmalschutzbehörde (OD) und das Landesdenkmalamt (LDA).

Beim „Festival in der Siedlung“ (27. bis 30. August) lädt ein umfangreiches Programm aus Führungen, Konzerten, Workshops und Freiluftkino dazu ein, das historische und ungebrochen beliebte Wohnquartier zu entdecken.
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