Die geschäftsführenden Gesellschafter der Soda Group: Andreas Müller und Markus Tust (o.) sowie Oliver Fiß und Axel Weber (u.).
Made by Soda: Die Origin Bar im neuen Terminal 3 des Frankfurter Flughafens.
Im Medienhafen Düsseldorf eröffnet: Filiale der Marke „60 Seconds to napoli“.
Fine Dining und feines Design: das Restaurant Schote im 2025 eröffneten Hotel Diepeschrather Mühle.
Das Betriebsrestaurant „SP 14“ auf dem Siemens Campus in Erlangen.
Wie gestaltet man einen Raum, in dem sich Menschen gerne aufhalten? – Die Frage liebt Andreas Müller. Allerdings sollte man genug Zeit für die Antworten mitbringen. Denn die sind mindestens genauso komplex wie die Struktur der Soda Group mit ihren Geschäftsfeldern und den vier Unternehmensstandorten. Andreas Müller, Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter der Soda GmbH, gehört zum Team West. Das Büro liegt direkt am Deutschen Bergbaumuseums im Bochumer Stadteil Grumme. Unübersehbar: Ein in den Himmel ragendes, 70 m hohes früheres Fördergerüst. Heute ein Symbol für ganz viel Ruhrgebiets-Mythos: Kohlenstaub. Maloche. Strukturwandel.
Ursprünge im Ruhrgebiet
„Man muss immer bereit sein, die Extrameile zu gehen“, sagt Andreas Müller, der in Bochum aufgewachsen ist und während seines Architekturstudiums seinen heutigen Mitgesellschafter Axel Weber kennengelernt hat. Im Fitnessstudio: „Unser Start Mitte der 1990er-Jahre.“ Axel Weber, gelernter Jurist, begann mit einer Unternehmensberatung für Kunden aus Gastronomie, Hotellerie und Handel. Sportsfreund Andreas Müller brachte eine architektonische Perspektive und das Faible für Design mit ein. Axel Weber & Partner berieten anfangs lokale Restaurants und Gastronomiebetriebe großer Bierbrauer. Nachdem man eine bekannte US-amerikanische Kaffeehaus-Kette erfolgreich beim deutschen Markteintritt unterstützt hatte, öffneten sich neue Türen. Die Teamstärke wuchs, das Aufgabenfeld erweiterte sich.
Basierend auf diesen Anfängen hat sich die Soda Group (Umbenennung 2013) über Jahre vor allem in der internationalen Systemgastronomie ihren guten Ruf als verläßlicher wie ideenreicher Partner erarbeitet. Zu den Kunden zählen die Restaurants L’Osteria, das Bistro Dean & David oder das chinesische Buffetrestaurant XIAO. Recht frisch ist die Zusammenarbeit mit der Pizza-Kette „60 seconds to napoli".
„Wir entwickeln seit über 30 Jahren gastronomische Marken und Restaurants jeder Art, für Betreiber, die sich auf innovative Konzepte, perfekte Prozesse und zukunftsweisende Strategien verlassen wollen." – So positioniert sich die Soda Group bei ihrer Akquise. Neben dem umkämpften Markt der Systemgastronomie haben sich die Gastro-Frischmacher vor allem mit der Planung von Betriebsrestaurants profiliert, u.a. für Siemens und Adidas. Der Geschäftsführer sieht starke Synergieeffekte: „Ich bin Gast und gleichzeitig Mitarbeiter. Der Wunsch nach einem Ort, wo man sich wohlfühlt und gerne speist, ist derselbe.“
Vielfältige Kompetenzen
Ein BIg Player ist die Soda Group im Segment der Verkehrsgastronomie. Sie berät und plant für Flächen in großen Bahnhöfen und in den deutschen Flughäfen, wie jüngst mit 13 gastonomischen Einheiten für den neuen Terminal 3 in Frankfurt am Main. Das kleinste Stück im Umsatzkuchen sei die Individualgastronomie, erklärt Müller. Dazu zählt die langjährige freundschaftliche Zusammenarbeit mit Sternekoch Nelson Müller: „Im Portfolio sind solche Projekte elementar für uns. Sie beflügeln die kreativen Prozesse.“
Während der Großteil des derzeit 85-köpfigen Teams am Gründungsort Bochum arbeitet, stehen die zwei kleineren bayerischen Büros für wichtige Kompetenzfelder des Beratungs- und Planungsunternehmens. Soda Fürth mit ihrem Geschäftsführer Markus Tust hat eine eigene Historie als Planungsbüro für Großküchen, während Soda Schrobenhausen (Geschäftsführung: Oliver Fiß) eine langjährige Expertise in Prozessplanung, Automatisierung und Markenführung aufgebaut hat.
Die Bedürfnisse des Gastes?
„Wir stellen uns den Herausforderungen in der Branche von ganz vielen Seiten. Planen und Prozesse optimieren – das können viele. Aber wir nehmen für uns in Anspruch, nicht nur die Gastronomie und Hospitality im Auge zu haben, sondern im interdiszplinärem Denken stets eine gesamtgesellschaftliche Marktbetrachtung heranzuziehen.“
Elementar im Ausstausch mit den Auftragebern sei zudem eine genaue Bedürfnisanalyse aus Sicht des Gastes. Müller: „Das ist für mich sogar wichtiger als die Zielgruppenerfassung.“
Zum Über-den-Tellerand-hinaus-schauen-Credo zählt auch die genaue Analyse des Umfeldes von Imbisslokalen, Bistros und Restaurants. So gehören Standortanalysen fest zum Leistungskatalog. „Ein Ort im Einklang - in der Stadt in der Balance" , heißt eine Machbarkeitsstudie für ein neues Stadtquartier auf dem früheren Paketpostareal im Münchner Westen. Geschäftsführer Axel Weber, bei dem das Thema Stadtentwicklung stark verortet ist: „In einem gesunden Quartier sollte man leben, arbeiten und konsumieren können. Wenn nur ein Bereich vernachlässigt wird, funktioniert das Quartier nicht. Es ist eine elementare Aufgabe, die Vielfalt des Leben wieder in unsere Städte zurückzuholen."