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Mittwoch, 05. Januar 2022, 12:03 Uhr
New European Bauhaus

Bauen und gestalten für eine lebenswerte Zukunft

Wie können wir Städte und Metropolen zu besseren, nachhaltigeren und menschlicheren Orten ­machen? Wie lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Welche Wohn- und Lebensformen stärken den inklusiven Zusammenhalt in der Gesellschaft und wie lässt sich der Green Deal tatsächlich umsetzen? Drängende Fragen, auf die Antworten zu finden die europaweite Initiative „New European Bauhaus“ aufgerufen hat. Initiiert und ins Leben gerufen von EU Kommisionspräsidentin Ursula von der Leyen, gefördert von der EU, gibt es bereits viele spannende Lösungs­ansätze und Projekte. Darunter auch eine Architektur aus Lehm und Holz aus Rosenheim.

Bis 2050 soll die Europäische ­Union klimaneutral sein. So das Ziel des Green Deal. Doch wie kann ein Leben im Einklang mit der Natur aussehen und welche Voraussetzungen braucht es dafür? Über 40 % des gesamten CO2-Ausstoßes gehen auf den Bau- und Immobilien-Sektor zurück. Materialien wie Beton und Stahl sind extrem emmisionsintensiv und müssen langfristig durch andere, alternative Baustoffe ersetzt werden. Die Architektur- und Bau-Branche ist also in besonderem Maße gefordert. „Architekt:innen, Innenarchitekt:en, Landschaftsarchitekt:innen und Stadtplaner:innen sind sich ihrer Verantwortung für umwelt- und ressourcenschonendes Bauen, den Wert unseres Bodens und der Nachhaltigkeit guter Planung und Gestaltung bewusst“, sagt Andrea Gebhard von der Bundesarchitektenkammer, die zu den offiziellen Partnern des Neuen Europäischen Bauhauses gehört. „Die Qualität der gebauten Umwelt hat unmittelbar und umfassend Einfluss auf jeden Lebensbereich. Wir brauchen integrative Konzepte, starke Quartiere und Raum für Ideen, um den architektonischen und städte­baulichen Bestand weiterzuentwickeln.“

Das Neue Europäische Bauhaus will eine Brücke bauen. „Eine Brücke zwischen der Welt der Wissenschaft und Technologie und der Welt der Kunst und Kultur“, so Ursula von der Leyen. Ihre Idee: Möglichst viele mit einbeziehen und dadurch interdisziplinäre Verbindungen schaffen. So wie es das historische Bauhaus vorgemacht hat. Vom Architekten bis zum Stadtplaner, vom Künstler bis zum Klimaforscher, vom Soziologen bis zur Wohnungs-Baugenossenschaft. „Das Neue Europäische Bauhaus ist der Schlüssel, um die Bauwende zu katalysieren. Mutige und ungewöhnliche Allianzen aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft müssen jetzt zusammenwirken und die Transformation aktiv gestalten“, meint Prof. Dirk Messner vom Umweltbundesamt. Für eine lebenswerte Zukunft macht sich auch der Verein „Architects for Future“ stark, ebenfalls Partner des New European Bauhaus. „Nachhaltigkeit muss zum grundlegenden Standard werden. Um die Branche zukunftsfähig zu machen, müssen wir in Baulehre, -Praxis und -Politik umfassend umdenken. Es muss vor allem gelten: ‚Umbau statt Neubau‘ und ‚Gemeinsam statt einsam‘“, so Elisabeth Broermann, Architects for Future. Fortschrittliche Konzepte unterstützt das Neue Europäische Bauhaus mit Förder- und Preisgeldern. Über 2.000 Projekte aus ganz Europa wurden 2021 bereits eingereicht. 20 Preisträger wurden ausgewählt und ausgezeichnet. Auch ein deutsches Projekt ist unter den Prämierten: das sogenannte „Waldhaus“ von Anna Heringer und Martin Rauch. Sie entwarfen ein neues Gästehaus für das Ayurveda Kurzentrum in Rosenheim. Eine organische Architektur aus Holz und Lehm, die sich behutsam in die Landschaft einfügt und unter ganzheitlichen, nachhaltigen und gesundheitsfördernden Aspekten entwickelt wurde. (Bild: "Waldhaus" von Anna Heringer und Martin Rauch für das Ayurveda Kurzentrum in Rosenheim, Fotograf: Achim Graf)

Heike Gessulat


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